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Laufrollen, Zapfenlaufrollen
 

Laufrollen:

 
 
  • sind montagefertige ein- oder zweireihige Wälzlager auf der Grundlage von Rillen- oder Schrägkugellagern ➤ Bild 2 bis ➤ Bild 6
  • werden ohne oder mit Zapfen geliefert (Ausführungen ohne Zapfen werden auf Achsen montiert)
  • haben besonders dickwandige Außenringe mit balliger oder zylindrischer Mantelfläche ➤ Abschnitt
  • nehmen hohe radiale Belastungen auf ➤ Abschnitt
  • tolerieren Axiallasten aus geringen Fluchtungsfehlern, Schräglauf oder kurzfristigen Anlaufstößen
  • sind beidseitig abgedichtet ➤ Abschnitt
  • sind für geräuscharmen Lauf auch mit kunststoffummanteltem Außenring lieferbar ➤ Abschnitt , ➤ Bild 6
  • werden nicht in eine Gehäusebohrung montiert, sondern auf einer ebenen Laufbahn (Gegenlaufbahn) abgestützt ➤ Bild 1 und ➤ Bild 5
  • sind in der Ausführung mit Exzenterring an die Gegenlaufbahn anstellbar; dies lässt beispielsweise größere Fertigungstoleranzen bei der Anschlusskonstruktion zu.
 
   

Bild 1
Zweireihige Zapfenlaufrolle, auf einer ebenen Laufbahn abgestützt

Symbole/00016410_mei_in_0k_0k.gif  Gegenlaufbahn

 

imageref_23097310859_All.gif

 
 

Lagerausführung

 
 

Die Lager gibt es in der Ausführung als:

 
   
 

Laufrollen (allgemein)

Charakteristisch ist der dickwandige Außenring

 

Laufrollen sind selbsthaltende, ein- oder zweireihige Kugellager mit besonders dickwandigen Außenringen. Diese Lager nehmen neben hohen radialen Kräften auch axiale Kräfte in beiden Richtungen auf. Für unterschiedliche Anwendungen ausgelegt, gibt es die Laufrollen mit Innenring, mit Zapfen und mit Kunststoffmantel am Außenring ➤ Bild 2 bis ➤ Bild 6.

 

Anwendungen

 

Typische Einsatzbereiche für diese Produkte sind unter anderem Kurvengetriebe, Führungsbahnen, Förderanlagen und Linearführungssysteme.

 
 

Profil der Mantelfläche des Außenrings

Ballige oder zylindrische Mantelfläche

 

Laufrollen und Zapfenlaufrollen mit balliger Mantelfläche haben den Balligkeitsradius von R = 500 mm. Laufrollen mit zylindrischer Mantel­fläche haben das Nachsetzzeichen X ➤ Tabelle 3.

 

Die ballige Mantelfläche vermeidet Kantenspannungen bei Schiefstellung

 

Laufrollen mit balliger Mantelfläche werden eingesetzt, wenn Schiefstellungen gegenüber der Laufbahn auftreten können. Die ballige Ausführung senkt das Risiko von Kantenspannungen ➤ Link .

 
 

Rostschutz durch Corrotect

Spezialbeschichtung Corrotect

 

Ist ein erhöhter Korrosionsschutz gefordert, gibt es auf Anfrage und als Sonderausführung Laufrollen mit der Cr(VI)-freien Spezialbeschichtung Corrotect; Beschreibung von Corrotect ➤ Link .

 
 

Laufrollen

Im Aufbau mit Rillen- oder Schrägkugellagern vergleichbar

 

Laufrollen gleichen in ihrem Aufbau Rillen- oder Schrägkugellagern und werden auf Achsen montiert ➤ Bild 2. Sie haben Außenringe mit balliger oder zylindrischer Mantelfläche, Innenringe und Kugelkränze mit Kunststoffkäfigen. Laufrollen LR6, LR60 und LR2 sind einreihig, LR50, LR52 und LR53 zweireihig.

 
 

Zweireihige Ausführung

LR52, LR53

 

Bei gleichbleibenden äußeren Abmessungen wurde die Innenkonstruktion der Laufrollen LR52 und LR53 optimiert. Belastbarkeit und Drehzahl bei Dauerbetrieb und Fettschmierung nD G konnten dadurch angehoben werden. Diese Laufrollen sind Lager in X-life-Qualität ➤ Link .

 
   

Bild 2
Laufrollen, beidseitig abgedichtet

Fr =  Radiale Belastung
Fa =  Axiale Belastung
Symbole/00016410_mei_in_0k_0k.gif  Einreihig, Lippendichtungen, radial dichtend (LR6..-2RSR)
Symbole/00016411_mei_in_0k_0k.gif  Zweireihig, Deckscheiben (LR52..-2Z)

 

imageref_23097316235_All.gif

 
 

Zapfenlaufrollen

Massiver Rollenzapfen, ohne oder mit Exzenter

 

Zapfenlaufrollen haben Außenringe mit balliger Mantelfläche, massive Rollenzapfen und Kugelkränze mit Kunststoffkäfigen ➤ Bild 3 und ➤ Bild 4. Die Laufrollen gibt es ohne und mit Exzenter.

 
 

Für die einfache Montage ist der Rollenzapfen in einem der folgenden Designs ausgeführt:

 
 
  • mit Gewindebohrung und Montageschlitz ➤ Bild 3
  • mit Außengewinde und Innensechskant ➤ Bild 4
  • mit Außengewinde und Schlüsselflächen auf beiden Seiten ➤ Bild 5.
 
 

Laufrollen ZL2 sind einreihig, ZL52, ZLE52 und KR52 zweireihig.

 

Ausführung ohne Exzenter

 

Zapfenlaufrollen ohne Exzenter sind für Anwendungen, bei denen die Mantelfläche des Außenrings nicht definiert an die Laufbahn der Anschlusskonstruktion angestellt werden muss ➤ Bild 3 und ➤ Bild 4.

 
   

Bild 3
Zapfenlaufrollen, ohne Exzenter, kurzer Rollenzapfen mit Gewindebohrung, beidseitig abgedichtet

Fr =  Radiale Belastung
Fa =  Axiale Belastung
Symbole/00016410_mei_in_0k_0k.gif  Einreihig, Lippendichtung auf Zapfenseite sowie Deckscheibe und Deckel (ZL..-DRS)
Symbole/00016411_mei_in_0k_0k.gif  Zweireihig, Lippendichtung auf Zapfenseite sowie Deckscheibe und Deckel (ZL52..-DRS)

 

imageref_23097318411_All.gif

 
   

Bild 4
Zapfenlaufrolle, ohne Exzenter, langer Rollenzapfen mit Außen­gewinde, beidseitig abgedichtet

Fr =  Radiale Belastung
Fa =  Axiale Belastung
Symbole/00016410_mei_in_0k_0k.gif  Zweireihig, Lippendichtungen, axial dichtend (KR52..-2RS)

 

imageref_23097345931_All.gif

 

Ausführung mit Exzenter

 

Zapfenlaufrollen ZLE52 haben einen Exzenter ➤ Bild 5. Mit dem Exzenter kann die Mantelfläche des Außenrings spielfrei an die Gegen­laufbahn angestellt werden. Das ergibt einen optimalen Formschluss zwischen Laufrolle und Laufbahn. Darüber hinaus sind gröbere Fertigungstoleranzen an der Anschlusskonstruktion möglich. Außerdem ist die Lastverteilung beim Einsatz mehrerer Laufrollen gleichmäßiger. Zum Gegenhalten beim Einbau hat diese Reihe Schlüsselflächen auf beiden Seiten des Rollenzapfens. Für die Nachschmierung sind an den Stirnseiten beidseitig Gewindeanschlüsse vorgesehen, Abmessungen ➤ Maßtabelle.

 
   

Bild 5
Zapfenlaufrolle, mit Exzenter, langer Rollenzapfen mit Außen­gewinde, beidseitig abgedichtet

Fr =  Radiale Belastung
Fa =  Axiale Belastung
Symbole/00016410_mei_in_0k_0k.gif  Zweireihig, Deckscheiben (ZLE52..-2Z)

 

imageref_23097347851_All.gif

 
 

Laufrollen mit Kunststoffmantel

Geeignet bei niedrigen Belastungen und hohen Anforderungen an einen geräuscharmen Lauf

 

Laufrollen KLRU und KLRZ bestehen aus einreihigen Rillenkugellagern mit aufgeschrumpftem Polyamid-Außenring (PA) ➤ Bild 6. Polyamid verträgt höhere spezifische Flächenpressungen als Elastomer und ist relativ abriebfest. Diese Laufrollen werden auf Achsen montiert und eingesetzt, wenn niedrige Belastungen vorliegen und die Lager besonders geräuscharm laufen müssen.

 
 

Profil der Mantelfläche des Außenrings

Ballige oder zylindrische Mantelfläche

 

Laufrollen KLRU haben eine ballige Mantelfläche des Außenrings. Der Balligkeitsradius ist in der Produkttabelle angegeben. Die Reihe KLRZ wird mit zylindrischer Mantelfläche geliefert.

 
 

Maximale Radiallast

imageref_17757187211_All.gif   Die maximale Radiallast wird von der zulässigen Flächenpressung bestimmt; die Werte Fr per in den Produkttabellen dürfen nicht überschritten werden.  
   

Bild 6
Laufrollen mit Kunststoffmantel, beidseitig abgedichtet

Fr =  Radiale Belastung
Fa =  Axiale Belastung
Symbole/00016410_mei_in_0k_0k.gif  Mantelfläche ballig, Deckscheiben (KLRU..-2Z)
Symbole/00016411_mei_in_0k_0k.gif  Mantelfläche zylindrisch, Deckscheiben (KLRZ..-2Z)

 

imageref_23097349771_All.gif

 
 

X-life-Premiumqualität

imageref_19964530187_All.gif   Die umfassend weiterentwickelten Laufrollen LR52 und LR53 werden in X-life-Ausführung geliefert. Diese Laufrollen zeichnen sich durch eine höhere Lebens- und Gebrauchsdauer, resultierend aus höheren dynamischen Tragzahlen gegenüber den Standardlaufrollen, aus.  
  Die höhere Leistung resultiert aus dem Einsatz modernster Fertigungstechniken und verbesserten Innenkonstruktionen. Sie führen zu besseren und gleichmäßigeren Oberflächen und Kontaktflächen und damit zu einer optimierten Lastverteilung im Lager.  
 

Damit eröffnen sich erweiterte Konstruktionsmöglichkeiten:

 
 
  • bei gleicher Belastung und unverändertem Bauraum erhöht sich die Lebensdauer der X-life-Lager. Wartungsintervalle können verlängert werden
  • umgekehrt ermöglicht das X-life-Lager im gleichen Bauraum und bei gleicher Lebensdauer eine höhere Belastung
  • bleiben Lebensdauer und Belastung unverändert, ermöglichen die X-life-Lager eine Leistungsverdichtung und erlauben Bauraumoptimierung und Gewichtsreduzierung.
 

Niedrigere Betriebs­kosten, höhere Maschinenverfügbarkeit

 

In Summe verbessern diese Vorteile die Gesamtwirtschaftlichkeit der Lagerstelle deutlich und erhöhen damit die Effizienz der Maschine und Anlage nachhaltig.

 

Nachsetzzeichen XL

 

X-life-Laufrollen haben das Nachsetzzeichen XL im Kurzzeichen.

 
 

Belastbarkeit

 

Für hohe radiale Belastungen geeignet

 

Die Laufrollen nehmen hohe radiale Belastungen sowie axiale Lasten aus geringen Fluchtungsfehlern und Schräglauf auf.

 
 

Einsatz als Laufrolle

 

Bei Laufrollen stützt sich der Außenring punktuell auf der Gegenlaufbahn ab und wird elastisch verformt (ovalisiert) ➤ Bild 7. Gegenüber dem in einer Gehäusebohrung abgestützten Wälzlager haben Laufrollen daher:

 
 
  • eine veränderte Lastverteilung im Lager (es tragen weniger Wälzkörper in der belasteten Zone). Diese ist berücksichtigt durch die für die Lebensdauerberechnung maßgebenden reduzierten wirksamen Tragzahlen Cr w und C0r w
  • Biegebeanspruchungen und Biegewechselfestigkeiten im Außenring. Diese sind berücksichtigt durch die zulässigen wirksamen Radial­belastungen Fr per und F0r per. Die Biegebeanspruchungen und Biegewechselfestigkeiten dürfen die zulässigen Festigkeitswerte des Werkstoffs nicht überschreiten.
 
   

Bild 7
Einsatz als Laufrolle: Verformung des Außenrings bei der Abstützung gegen eine ebene Laufbahn


 

imageref_23159008395_All.gif

 
 

Ausgleich von Winkelfehlern

 

Nicht zum Ausgleich von Winkelfehlern geeignet

 

Laufrollen eignen sich nicht zum Ausgleich von Winkelfehlern, tolerieren aber kleinere Fluchtungsfehler und geringen Schräglauf; Grenzen siehe Kapitel Stützrollen, Kurvenrollen ➤ Link .

 

Verschränkter Lauf

 

Verschränkter Lauf führt zu zusätzlicher axialer Belastung des Wälzlagers und zu Axialschlupf im Wälzkontakt zwischen Außenring und Gegenlaufbahn.

 

Verkippter Lauf

 

Bei verkipptem Lauf treten besonders bei Laufrollen mit zylindrischer Mantelfläche des Außenrings hohe Kantenspannungen auf. Laufrollen mit balligem Außenring sind gegenüber Verkippung weniger empfindlich und daher vorzuziehen, wenn mit Verkippungen zu rechnen ist.

 
 

Schmierung

 

Befettet mit einem Fett nach GA13

 

Die Laufrollen sind mit einem Lithiumseifenfett nach GA13 befettet. Bei den Zapfenlaufrollen ist die Baureihe ZLE52 über den Rollenzapfen schmierbar. Laufrollen mit Kunststoffmantel sind nicht nachschmierbar. Geeignete Fette zum Nachschmieren ➤ Tabelle .

 

LR52, LR53

 

Zweireihige Laufrollen sind ebenfalls mit einem Lithiumseifenfett nach GA13 befettet. Aufgrund der verbesserten Innenkonstruktion entsteht weniger Reibung und der Schmierstoff wird weniger beansprucht. Daraus resultieren geringere Lagertemperaturen.

 
 

Zwei Kontaktzonen

 

Es müssen immer zwei Kontaktzonen geschmiert und getrennt betrachtet werden:

 
 
  • die Wälzkörper und die Wälzkörperlaufbahn
  • der Außenmantel der Laufrolle und die Gegenlaufbahn.
 
imageref_18348417035_All.gif   Als Sonderausführung sind Laufrollen auch mit einer Schmierbohrung im Innenring erhältlich. Diese Lager haben das Nachsetzzeichen IS1 ➤ Tabelle 3.  
 

Abdichtung

 
 

Laufrollen

Lager mit Nachsetzzeichen 2RSR

 

Laufrollen mit dem Nachsetzzeichen 2RSR haben beidseitig radial dichtende Lippendichtungen. Bei einigen Baugrößen sind aus Platzgründen axial dichtende RS-Dichtungen  montiert.

 

2HRS- oder 2Z-Abdichtung

 

Die zweireihigen Laufrollen in X-life-Qualität haben ein überarbeitetes Dichtungskonzept mit deutlich verbesserter Dichtwirkung gegenüber der bisherigen Ausführung ➤ Bild 8. Weitere Informationen zu den HRS-Dichtungen  auf ➤ Tabelle . Standardmäßig haben die Lager (Nachsetzzeichen 2HRS) beidseitig DEHP-freie Lippendichtungen.

 
   

Bild 8
Lippendichtung 2HRS oder Deckscheibe 2Z

Symbole/00016410_mei_in_0k_0k.gif  Innovative Geometrie der Lippendichtung 2HRS mit axialem Kontakt zwischen Dichtung und Innenring
Symbole/00016411_mei_in_0k_0k.gif  Deckscheibe 2Z mit Labyrinthdichtung

 

imageref_23137163787_All.gif

 
 

Zapfenlaufrollen

Reihe ZL2 und ZL52

 

Zapfenlaufrollen ZL2 und ZL52 haben Lippendichtungen auf der Zapfenseite und das Nachsetzzeichen DRS. Die gegenüberliegende Seite kann mit dem beiliegenden Kunststoffdeckel abgedichtet werden.

 

Reihe ZLE52

 

Zapfenlaufrollen ZLE52 haben beidseitig Deckscheiben und das Nachsetzzeichen 2Z.

 
 

Laufrollen mit Kunststoffmantel

Deckscheiben oder Lippendichtungen

 

Diese Laufrollen haben beidseitig Deckscheiben (Nachsetzzeichen 2Z) oder radial dichtende Lippendichtungen (Nachsetzzeichen 2RSR).

 
 

Drehzahlen

 

Drehzahlen nD G

 

Die maximal mögliche Drehzahl der Laufrollen wird im Wesentlichen durch die zulässige Betriebstemperatur der Laufrollen bestimmt. Damit hängt die Drehzahl ab von der Art des Lagers, der Belastung, den Schmierungs­bedingungen und den Kühlverhältnissen.

 

Drehzahlen bei Lippendichtungen

 

Die Drehzahl der Laufrollen mit Lippendichtungen wird zusätzlich durch die zulässige Gleitgeschwindigkeit an der Dichtlippe begrenzt.

 

Drehzahlen im Dauerbetrieb

 

Die Drehzahlen nD G in den Produkttabellen sind Richtwerte und gelten bei Fettschmierung.

 
imageref_17757187211_All.gif   Weitere Angaben zum Thema Drehzahlen im Kapitel Stützrollen, Kurvenrollen unbedingt beachten ➤ Abschnitt .  
 

Geräusch

 
 

Schaeffler Geräuschindex

 

Der Schaeffler Geräuschindex (SGI) ist für diese Lagerart noch nicht verfügbar    ➤ Link. Die Einführung und Aktualisierung der Daten für diese Baureihen erfolgt sukzessiv.

 
 

Temperaturbereich

 
 

Die Betriebstemperatur der Laufrollen ist begrenzt durch:

 
 
  • die Maßstabilität der Lagerringe und Wälzkörper
  • den Käfig
  • den Schmierstoff
  • die Dichtungen
  • den Kunststoffmantel.
 
 

 

Mögliche Betriebstemperaturen der Laufrollen ➤ Tabelle 1.

 
   
Tabelle 1
Zulässige Temperaturbereiche
 

Betriebs­temperatur
Laufrollen
mit Kunststoffmantel KLRU und KLRZ
ohne Kunststoffmantel
imageref_19988082955_All.gif
   
–20 °C bis +80 °C
–20 °C bis +120 °C

 
imageref_18348417035_All.gif   Sind Temperaturen zu erwarten, die außerhalb der angegebenen Werte liegen, bitte bei Schaeffler rückfragen.  
 

Käfige

 

Standard sind Massiv­käfige aus Polyamid PA66

 

Als Käfig werden bei den Laufrollen Kunststoffkäfige aus glasfaser­verstärktem Polyamid PA66 eingesetzt. Diese Käfige haben ein niedriges Gewicht und gute Gleit- und Notlaufeigenschaften. Laufrollen in X-life-Ausführung haben standardmäßig einen optimierten Polyamidkäfig.

 
 

Lagerluft

 
 

Radiale Lagerluft

Standard ist CN

 

Laufrollen werden serienmäßig mit der radialen Lagerluft CN (normal) gefertigt ➤ Tabelle 2. CN wird im Kurzzeichen nicht angegeben.

 
imageref_17757201419_All.gif   Die Werte der radialen Lagerluft entsprechen DIN 620-4:2004 (ISO 5753-1:2009). Sie gelten für Lager im unbelasteten, messkraftfreien Zustand (ohne elastische Deformation).  
   
Tabelle 2
Radiale Lagerluft bei Lauf- und Zapfenlaufrollen
 

Nenndurch­messer der Bohrung
Radiale Lagerluft
d
C2
(Group 2)
CN
(Group N)
C3
(Group 3)
C4
(Group 4)
C5
(Group 5)
mm
μm
μm
μm
μm
μm
über
bis
min.
max.
min.
max.
min.
max.
min.
max.
min.
max.
2,5
10
0
7
2
13
8
23
14
29
20
37
10
18
0
9
3
18
11
25
18
33
25
45
18
24
0
10
5
20
13
28
20
36
28
48
24
30
1
11
5
20
13
28
23
41
30
53
30
40
1
11
6
20
15
33
28
46
40
64
40
50
1
11
6
23
18
36
30
51
45
73
50
65
1
15
8
28
23
43
38
61
55
90

 
 

Abmessungen, Toleranzen

 
 

Toleranzen

imageref_17757201419_All.gif   Die Toleranzen für die Maß- und Laufgenauigkeit der Laufrollen entsprechen der Toleranzklasse Normal nach ISO 492:2014. Abweichend von ISO 492 ist die Durchmessertoleranz des profilierten Mantels 0/–0,05 mm.  
 

Die Toleranz des Schaftdurchmessers der Zapfenlaufrollen liegt für:

 
 
  • ZL2 und ZL52 in der Toleranzklasse r6
  • KR52 in der Toleranzklasse h7
  • ZLE52 in der Toleranzklasse h9.
 
 

Nachsetzzeichen

 
 

Die Bedeutung der in diesem Kapitel verwendeten Nachsetzzeichen zeigt ➤ Tabelle 3 sowie medias interchange http://www.schaeffler.de/std/1B69.

 
   
Tabelle 3
Nachsetzzeichen und ihre Bedeutung
 

Nachsetzzeichen
Bedeutung der Nachsetzzeichen
DRS
Lippendichtung auf der Zapfenseite, axial dichtend. Deckscheibe mit Deckel auf der Stirnseite
Standard
IS1
Schmierbohrung im Innenring
Sonderausführung, auf Anfrage
RR
rostgeschützt durch Spezialbeschichtung Corrotect
TVH
Käfig aus glasfaserverstärktem Polyamid
Standard
X
zylindrische Mantelfläche
XL
X-life-Ausführung
2HRS
beidseitig Lippendichtung mit optimierter Form, reibungsarm
2RS
beidseitig Lippendichtung, axial dichtend
2RSR
beidseitig Lippendichtung, radial dichtend
2Z
beidseitig Deckscheibe

 
 

Aufbau der Lagerbezeichnung

 

Beispiele zur Bildung der Lagerbezeichnung

 

Die Bezeichnung der Lager folgt einem festgelegtem Schema. Beispiele ➤ Bild 9 bis ➤ Bild 11.

 
   

Bild 9
Einreihige Laufrolle, beidseitig Lippendichtung: Aufbau des Kurzzeichens


 

imageref_23097376139_de.gif

 
   

Bild 10
Zweireihige Laufrolle, beidseitig 2HRS-Dichtung, Käfig aus glasfaserverstärktem Polyamid, X-life-Ausführung: Aufbau des Kurzzeichens


 

imageref_23137075211_de.gif

 
   

Bild 11
Zweireihige Zapfenlaufrolle mit Exzenter, beidseitig Deckscheibe: Aufbau des Kurzzeichens


 

imageref_23097382155_de.gif

 
 

Dimensionierung

 
 

Verfahren zur Berechnung der Lebensdauer sind:

 
 
  • die nominelle Lebensdauer
    _dictid_N4820_
    nach DIN ISO 281
  • die modifizierte nominelle Lebensdauer
    _dictid_N4820_
    nach DIN ISO 281
  • die erweiterte Berechnung der modifizierten Referenz-Lebensdauer nach DIN ISO 281-4.
 
 

Diese Verfahren sind im Kapitel Tragfähigkeit und Lebensdauer beschrieben. Für die Laufrollen sind dabei folgende Werte zu tauschen:

 
 
  • Cr, C0r = Cr w, C0r w
    wirksame dynamische oder statische Tragzahl
  • Cur = Cur w
    Ermüdungsgrenzbelastung als Laufrolle.
 
imageref_17757187211_All.gif   Weitere Formeln zur Berechnung der Lebensdauer sind im Kapitel Stütz­rollen, Kurvenrollen angegeben. Hinweise und Angaben dort unbedingt beachten.  
 

Statische Tragsicherheit

S0 = C0r w/F0r

 

Neben der nominellen Lebensdauer L ist immer auch die statische Tragsicherheit S0 zu überprüfen ➤ Formel 1.

 

Formel 1
Statische Tragsicherheit
 
imageref_13999363979_All.gif

Legende

 
S0
Statische Tragsicherheit
C0r w
 N
Wirksame radiale statische Tragzahl nach Produkttabelle
F0r
 N
Maximale statische radiale Belastung der Laufrolle.
 
imageref_17757187211_All.gif   Laufrollen gelten bei einer statischen Tagsicherheit von S0 < 8 als hoch belastet. Statische Tragsicherheiten von S0 < 1 führen zu plastischen Verformungen an den Wälzkörpern und Laufbahnen, welche die Laufruhe beeinträchtigen können. Sie sind nur bei Lagern mit geringer Drehbewegung oder in untergeordneten Anwendungen zulässig.  
imageref_18348417035_All.gif   Ist in einer Anwendung die statische Tragsicherheit S0 < 2, bitte bei Schaeffler rückfragen.  
 

Mindestbelastung

 

Mindestbelastung C0r w/Fr < 60

 

Damit der Außenring angetrieben wird, kein Schlupf entsteht und die Laufrolle nicht von der Gegenlaufbahn abhebt, ist im dynamischen Betrieb eine Mindestbelastung der Laufrolle notwendig. In der Regel gilt für die Mindestbelastung das Verhältnis C0r w/Fr < 60.

 
 

Gestaltung der Lagerung

 
 

Anschlusskonstruktion der Laufrollen

Maß d2 nicht unterschreiten

 

Die Anlageflächen für die Lager müssen eben und rechtwinklig sein. Durch die auftretende Flächenpressung dürfen sie das Maß d2 nicht unterschreiten; Werte siehe Produkttabellen ➤ Maßtabelle.

 

Laufrollen LR

 

Laufrollen LR können axial fest verspannt oder mit handelsüblichen Befestigungsmitteln wie Sprengringe befestigt werden.

 
 

Toleranz der Achse

Toleranzklasse h6 Ⓔ

 

Laufrollen haben in der Regel Punktlast am Innenring. Für eine ausreich­ende Unterstützung und um Passungsrost weitgehend zu vermeiden, sollte die Toleranz der Achse in der Toleranzklasse h6 Ⓔ liegen.

 
 

Anschlusskonstruktion der Zapfenlaufrollen

Maß d2 nicht unterschreiten

 

Die Anlageflächen für die Laufrollen müssen eben und rechtwinklig sein. Durch die auftretende Flächenpressung dürfen sie das Maß d2 nicht unterschreiten; Werte siehe Produkttabellen ➤ Maßtabelle.

 

Einführfase

 

Die Einführfase an der Aufnahmebohrung darf maximal 0,5×45° betragen.

 
imageref_17757187211_All.gif   Zapfenlaufrollen ZL und KR müssen axial fest verspannt werden. Die Mutteranlagefläche muss ausreichend fest sein und das Anziehdrehmoment MA der Befestigungsmutter eingehalten werden; Werte siehe Produkttabelle ➤ Maßtabelle. Nur bei richtigem Anziehdrehmoment kann der Rollenzapfen die zulässige Radiallast übertragen. Lässt sich das Anziehdrehmoment der Mutter nicht einhalten, ist eine Übermaßpassung notwendig.  
 

Toleranz der Aufnahmebohrung

Toleranzklasse H7 Ⓔ

 

Für die Baureihen ZL2, ZL52, KR52 und ZLE52 empfiehlt Schaeffler Aufnahmebohrungen mit der Toleranzklasse H7 Ⓔ.

 
 

Ein- und Ausbau

 
imageref_17757187211_All.gif   Die Ein- und Ausbaumöglichkeiten der Laufrollen mit mechanischen oder hydraulischen Verfahren sind bereits bei der Gestaltung der Lagerstelle zu berücksichtigen.  
 

Schaeffler-Montagehandbuch

Wälzlager sehr sorgfältig behandeln

 

Wälzlager sind vielfach bewährte Präzisions-Maschinenelemente zur Gestaltung wirtschaftlicher, zuverlässiger und betriebssicherer Lagerungen. Damit diese Produkte ihre Funktion einwandfrei erfüllen und die vorgesehene Gebrauchsdauer ohne Beeinträchtigung erreichen, müssen sie sorgfältig behandelt werden.

 
imageref_21602891659_de.gif   Das Schaeffler-Montagehandbuch MH 1 informiert umfassend über die sachgemäße Lagerung, Montage, Demontage und Wartung rotatorischer Wälzlager http://www.schaeffler.de/std/1B68. Daneben enthält es Angaben, die der Konstrukteur für den Ein‑ und Ausbau und die Wartung der Lager schon bei der Gestaltung der Lagerstelle beachten muss. Das Buch liefert Schaeffler auf Anfrage.  
 

Einbaurichtlinien für Laufrollen

Richtlinien

 

Bei ungünstiger Toleranzlage die Laufrollen mit einer Montagepresse aufpressen ➤ Bild 12. Der Innenring ist so zu montieren, dass sich die Einpresskraft gleichmäßig auf die Stirnseite des Innenringes verteilt. Die Einpresskraft darf nicht über die Wälzkörper geleitet werden. Dichtungen beim Einbau der Laufrollen nicht beschädigen. Laufrollen nach dem Einbau axial sichern.

 
   

Bild 12
Laufrolle mit einer Montagepresse montieren

Symbole/00016410_mei_in_0k_0k.gif  Montagepresse

 

imageref_22456615307_All.gif

 
 

Zapfenlaufrollen

Einbaurichtlinien

 

Zapfenlaufrollen entsprechend den Laufrollen montieren und demontieren ➤ Bild 13. Die Anziehdrehmomente MA in den Produkttabellen müssen unbedingt eingehalten werden. Nur dann ist die zulässige Radialbelastung gewährleistet. Es sind Schrauben und Muttern der Festigkeitsklasse 8.8 oder besser zu verwenden.

 
   

Bild 13
Zapfenlaufrolle montieren


 

imageref_22456618635_All.gif

 
 

Rechtshinweis zur Datenaktualität

 

Die Weiterentwicklung der Produkte kann auch zu technischen Änderungen an Katalogprodukten führen

 

Im Mittelpunkt des Interesses von Schaeffler stehen die Optimierung und die Weiterentwicklung seiner Produkte und die Zufriedenheit seiner Kunden. Damit Sie sich als Kunde bestmöglich über diesen Fortschritt und den aktuellen technischen Stand der Produkte informieren können, veröffentlichen wir Produktänderungen gegenüber der gedruckten Ausgabe in unserem elektronischen Produktkatalog.

 
imageref_18350433803_All.gif   Änderungen der Angaben und Darstellungen dieses Katalogs behalten wir uns daher vor. Dieser Katalog gibt den Stand bei Drucklegung wieder. Neuere Veröffentlichungen unsererseits (in Printmedien oder digital) gehen automatisch diesem Katalog vor, soweit sie dasselbe Thema betreffen. Bitte prüfen Sie daher stets über unseren elektronischen Produktkatalog, ob aktuellere Informationen oder Änderungshinweise für Ihr gewünschtes Produkt verfügbar sind.  
 

Weiterführende Informationen

 

 
 

Für den sicheren und störungsfreien Betrieb der Laufrollen müssen folgende Angaben im Kapitel Stützrollen, Kurvenrollen unbedingt beachtet werden:

 
   
   
  
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